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14 Min. Lesezeit·Zuletzt aktualisiert: 2026-04-07·Einwohner · Familien · Arbeitnehmer

Steuerabzüge: Was Sie in der Schweiz abziehen können

Ein umfassender Leitfaden zu allen zulässigen Abzügen auf Bundes- und Kantonsebene — mit aktualisierten Beträgen für 2026, praktischen Beispielen und Tipps zur Maximierung Ihrer Steuerersparnis.

Steuerabzüge im Schweizer System

In der Schweiz entspricht das steuerbare Einkommen nicht dem Bruttoeinkommen: Das Steuersystem sieht eine Reihe von Abzügen vor, die die Bemessungsgrundlage und damit die geschuldete Steuer reduzieren. Diese Abzüge richtig zu kennen und zu nutzen, ist der effektivste und legale Weg, Ihre Steuerlast zu optimieren.

Abzüge gelten sowohl für die direkte Bundessteuer (DBSt) als auch für die Kantons- und Gemeindesteuern, aber Beträge und Bedingungen können von Kanton zu Kanton erheblich variieren. Dieser Leitfaden stellt die wichtigsten Abzüge auf Bundesebene vor, mit Hinweisen auf die relevantesten kantonalen Unterschiede.

Von der Vorsorge (Säule 3a) über die Berufsauslagen, von Hypothekarzinsen bis zu Krankheitskosten: Jeder Abzug hat genaue Regeln und Höchstbeträge, die Sie kennen müssen, um kein Geld zu verschenken.

Bundes- vs. kantonale Abzüge

Das Schweizer Steuersystem funktioniert auf drei Ebenen (Bund, Kanton, Gemeinde), und die zulässigen Abzüge können zwischen Bundes- und Kantonssteuern unterschiedlich sein. Hier sind die wichtigsten Unterschiede:

Direkte Bundessteuer (DBSt)

  • Höchstbeträge festgelegt durch das Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer (DBG)
  • Einheitliche Sätze für die ganze Schweiz
  • Standardisierte Abzüge mit definierten Pauschalen
  • Aktualisierungen werden jährlich vom Bundesrat kommuniziert

Kantons- und Gemeindesteuern

  • Jeder Kanton legt seine eigenen Höchstbeträge und Bedingungen fest
  • Einige Kantone bieten zusätzliche Abzüge, die auf Bundesebene nicht vorgesehen sind
  • Die Unterschiede können sehr erheblich sein (z. B. ZH vs. TI vs. GE)
  • Konsultieren Sie immer das Steuergesetz Ihres Wohnsitzkantons

Die in diesem Leitfaden genannten Beträge beziehen sich auf die direkte Bundessteuer (DBSt) 2026, sofern nicht anders angegeben. Für kantonale Abzüge erkundigen Sie sich immer bei Ihrem kantonalen Steueramt.

Berufsauslagen

Arbeitnehmer können Ausgaben abziehen, die für die Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit erforderlich sind. Die wichtigsten Kategorien sind:

Fahrkosten Wohnung-Arbeit

Tatsächliche Kosten des öffentlichen Verkehrs oder, falls gerechtfertigt, des Privatautos. Der Höchstabzug für die DBSt beträgt CHF 3'000/Jahr. Viele Kantone erlauben höhere Beträge (z. B. ZH: keine Begrenzung für ÖV).

Auswärtige Verpflegung

Wenn der Arbeitsweg das Mittagessen zu Hause nicht erlaubt: Pauschale von CHF 3'200/Jahr (DBSt). Bei vergünstigter Betriebskantine: CHF 1'600/Jahr.

Übrige Berufsauslagen (Pauschale)

Eine Pauschale von 3% des Nettolohns (mindestens CHF 2'000, höchstens CHF 4'000 DBSt) deckt Berufskleidung, Arbeitsmittel, Material und kleine nicht spezifizierte Ausgaben.

Weiterbildungskosten

Weiterbildungs- und Umschulungskurse bis CHF 12'000/Jahr (DBSt), sofern sie der Erhaltung oder Verbesserung der Fähigkeiten für die ausgeübte Tätigkeit dienen.

Homeoffice / Telearbeit

Wenn der Arbeitgeber keinen Arbeitsplatz zur Verfügung stellt, kann ein Anteil der Homeoffice-Kosten abgezogen werden (anteilige Miete, Strom, Heizung). Der Betrag hängt vom Kanton ab.

Vorsorge — Säule 3a

Beiträge an die Säule 3a (gebundene Selbstvorsorge) sind vollständig vom steuerbaren Einkommen abziehbar. Dies ist einer der bedeutendsten Abzüge und sollte jedes Jahr genutzt werden.

ProfilHöchstbetrag 2026Bedingung
Angestellte mit Pensionskasse (2. Säule)CHF 7'258«Kleine» Säule 3a
Selbständige ohne PensionskasseCHF 36'288Max. 20% des Nettoerwerbseinkommens
Selbständige mit PensionskasseCHF 7'258Wie Angestellte

Die Einzahlung muss bis zum 31. Dezember des Steuerjahres erfolgen. Rückwirkende Einzahlungen sind nicht möglich. Die Eröffnung mehrerer 3a-Konten (max. 5) ermöglicht gestaffelte Bezüge mit einem erheblichen Steuervorteil bei der Auszahlung.

Versicherungs- und Vorsorgeprämien

Prämien für obligatorische und freiwillige Versicherungen sowie Vorsorgebeiträge können sowohl auf Bundes- als auch auf Kantonsebene abgezogen werden:

  • Obligatorische Krankenkassenprämien (KVG) — Grundversicherung
  • Lebens- und Unfallversicherungsprämien (Zusatzversicherungen)
  • Beiträge an gesetzlich anerkannte Vorsorgeeinrichtungen
  • Zinsen auf Sparkapitalien (in der Bundespauschale enthalten)
ZivilstandMax. DBSt-PauschaleHinweise
Alleinstehende PersonCHF 1'800Inkl. freiwilligem AHV-Beitrag
Ehepaare (gemeinsame Veranlagung)CHF 3'600Für beide Ehegatten zusammen
Pro unterhaltsberechtigtes KindCHF 600Zusätzlich zur Einzel- oder Ehepaar-Pauschale

Schuld- und Hypothekarzinsen

Zinsen auf Privatschulden sind innerhalb bestimmter Grenzen abzugsfähig. Für Liegenschaftseigentümer ist dies oft einer der bedeutendsten Abzüge.

Hypothekarzinsen

Die Zinsen auf die Hypothek der eigenen Wohnung sind vollständig abzugsfähig. Bei einer Festhypothek ist der Jahresbetrag im Voraus bekannt und leicht planbar.

Zinsen auf Privatkredite

Auch Zinsen auf Konsumkredite, Privatdarlehen oder Leasing (Zinsanteil) sind abzugsfähig, sofern sie dokumentiert sind.

Höchstgrenze

Die gesamten abzugsfähigen Zinsen dürfen den Betrag der Vermögenserträge (Dividenden, Zinseinnahmen, Mieterträge) zuzüglich CHF 50'000 nicht übersteigen.

Als Liegenschaftseigentümer können Sie jedes Jahr zwischen dem Pauschalabzug für den Unterhalt (typischerweise 10–20% des Eigenmietwerts) und den tatsächlichen dokumentierten Kosten wählen. Die günstigere Wahl hängt vom Umfang der durchgeführten Arbeiten ab.

Krankheits- und Zahnarztkosten

Gesundheitskosten, die nicht von der Versicherung erstattet werden, können abgezogen werden, aber nur für den Teil, der einen einkommensabhängigen Selbstbehalt übersteigt.

  • Arztkosten zu Lasten des Steuerpflichtigen (nicht von der Krankenkasse gedeckt)
  • Nicht erstattete Zahnarztkosten
  • Kosten für Brillen, Prothesen und ärztlich verordnete medizinische Geräte
  • Kosten für Behandlungen in zugelassenen Einrichtungen (Spitäler, Kliniken, Pflegeheime)

Berechnungsbeispiel (DBSt)

Nettoeinkommen: CHF 80'000 → Selbstbehalt 5% = CHF 4'000

Nicht erstattete Gesundheitskosten total: CHF 6'500

→ Zulässiger Abzug: CHF 6'500 − CHF 4'000 = CHF 2'500

Abzüge für Kinder und Familie

Familien profitieren von mehreren spezifischen Abzügen auf Bundes- und Kantonsebene. Hier die wichtigsten:

1

Kinderabzug

CHF 6'600 pro minderjähriges Kind oder Kind in Ausbildung bis 25 Jahre, das vom Steuerpflichtigen unterstützt wird (DBSt). Die Kantone sehen unterschiedliche, oft höhere Beträge vor.

2

Drittbetreuungskosten

Bis CHF 25'500 pro Kind unter 14 Jahren für dokumentierte Kosten für Krippe, Hort, Babysitter oder Ferienlager (DBSt). Der Kanton kann andere Grenzen vorsehen.

3

Zweiverdienerabzug für Ehepaare

Wenn beide Ehegatten erwerbstätig sind: Abzug bis CHF 13'600 (DBSt) auf dem tieferen Einkommen. Dient der Milderung der steuerlichen Benachteiligung verheirateter Paare.

4

Unterstützungsabzug

CHF 6'600 für jede unterstützungsbedürftige Person, die vom Steuerpflichtigen unterhalten wird (betagte Eltern, invalide Familienangehörige), sofern die Unterstützung mindestens CHF 6'600/Jahr beträgt (DBSt).

Weitere zulässige Abzüge

Neben den Hauptkategorien gibt es weitere Abzüge, die es zu kennen lohnt:

Spenden und Zuwendungen

Spenden an anerkannte gemeinnützige Organisationen: abzugsfähig von 5% bis 20% des Nettoeinkommens (DBSt: bis 20%). Eingeschlossen sind Zuwendungen an Bund, Kantone, Gemeinden und politische Parteien (bis CHF 10'300 DBSt).

Einkauf in die Pensionskasse (2. Säule)

Freiwillige Einkaufsbeiträge in die 2. Säule (BVG) sind vollständig vom steuerbaren Einkommen abziehbar. Eine sehr wirksame Strategie, wenn sie über mehrere Steuerjahre geplant wird.

Behinderungsbedingte Kosten

Kosten im Zusammenhang mit einer Behinderung des Steuerpflichtigen oder einer unterstützten Person (Anpassungen, Spezialtransporte, Betreuung) sind für den nicht versicherten Teil abzugsfähig.

AHV/IV/EO-Arbeitnehmerbeiträge

Obligatorische Sozialversicherungsbeiträge (AHV, IV, EO, ALV), die vom Lohn abgezogen werden, sind automatisch abzugsfähig. Für Selbständige sind die an die Ausgleichskasse gezahlten Beiträge vom Einkommen abziehbar.

Liegenschaftsunterhalt (Eigentümer)

Liegenschaftseigentümer müssen den Eigenmietwert als Einkommen deklarieren, können aber Unterhaltskosten (Pauschale oder effektiv), Hypothekarzinsen und Gebäudeversicherungsprämien abziehen.

Zusammenfassende Tabelle der Bundesabzüge

Hier eine Übersicht der wichtigsten abzugsfähigen Beträge auf Bundesebene (DBSt) für das Steuerjahr 2026:

KategorieDBSt-BetragHinweise
Fahrkosten Wohnung-ArbeitMax. CHF 3'000ÖV oder Auto falls gerechtfertigt
Auswärtige VerpflegungCHF 3'200 / JahrCHF 1'600 bei Betriebskantine
Übrige Berufsauslagen3% Lohn (CHF 2'000–4'000)Pauschale für Kleidung, Werkzeug usw.
WeiterbildungMax. CHF 12'000Erhaltung/Verbesserung der Fähigkeiten
Säule 3a (mit PK)Max. CHF 7'258Angestellte und Selbständige mit 2. Säule
Säule 3a (ohne PK)Max. CHF 36'288Selbständige ohne PK (max. 20% Einkommen)
VersicherungsprämienCHF 1'800 / 3'600Alleinstehende / Ehepaare + CHF 600/Kind
SchuldzinsenVermögenserträge + CHF 50'000Hypothekar- und Privatschuldzinsen
KinderabzugCHF 6'600 / KindMinderjährige oder in Ausbildung bis 25 Jahre
DrittbetreuungMax. CHF 25'500 / KindKinder unter 14 Jahren

Beträge beziehen sich auf die direkte Bundessteuer (DBSt) 2026. Kantonale Abzüge können erheblich abweichen. Erkundigen Sie sich immer bei Ihrem Wohnsitzkanton. Quelle: ESTV / DBG.

Tipps zur Maximierung Ihrer Abzüge

  • Zahlen Sie jedes Jahr den maximal zulässigen Betrag in die Säule 3a ein — bis zum 31. Dezember. Es ist der Abzug mit dem besten Aufwand-Ersparnis-Verhältnis
  • Bewahren Sie alle Belege mindestens 10 Jahre auf: Das Steueramt kann für jeden deklarierten Abzug Nachweise verlangen
  • Bei Krankheitskosten sammeln Sie die Rechnungen: Der Abzug greift erst ab 5% des Einkommens, daher kann es sich lohnen, Ausgaben in einem einzigen Steuerjahr zu bündeln
  • Als Liegenschaftseigentümer vergleichen Sie jedes Jahr den Pauschal- und den Effektivabzug für den Unterhalt — die beste Option ändert sich je nach durchgeführten Arbeiten
  • Planen Sie Pensionskasseneinkäufe über mehrere Jahre: Der Steuereffekt ist viel stärker, wenn er auf 3–5 jährliche Zahlungen verteilt wird statt auf eine Einmalzahlung
  • Eröffnen Sie mehrere Säule-3a-Konten (bis zu 5): Gestaffelte Bezüge über verschiedene Jahre reduzieren den progressiven Steuersatz auf das Kapital
  • Vergessen Sie nicht den Zweiverdienerabzug (CHF 13'600 DBSt), wenn beide Ehegatten erwerbstätig sind — er wird oft übersehen
  • Verwenden Sie Software wie AccountEX, um abzugsfähige Ausgaben das ganze Jahr über zu erfassen: Am Jahresende haben Sie bereits alles für die Steuererklärung organisiert

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